Blick Richtung Doldenhorn

Vom Bernbiet ins Wallis – Der Lötschenpass, eine unvergessliche Wanderung

by Moritz

Eine der schönsten Wanderungen. An diese Wanderung vom Berner Oberland ins Walliser Lötschental wird man sich mit Freuden und Sehnsucht erinnern. Das Gasterental mit dem Lötschenpass ist eine Tagestour, die sich mit einer Übernachtung in der Lötschenpasshütte wunderbar in zwei Tage aufteilen lässt.

(Kandersteg) – Selden – Gfellalp – Balme – Lötschengletscher – Lötschenpass
3 h 45 min, 6,3 km, 1226 m ↑, 90 m ↓

Lötschenpass – Kleines Hockenhorn – Lötschenpass
2 h 15 min, 5,5 km, 490 m ↑, 490 m ↓

Lötschenpass – Stierstuz – Kummenalp – Hockenalp – Lauchernalp – (Goppenstein)
2 h 10 min, 6,5 km, 100 m ↑, 830 m ↓

Erster Wandertag: Selden → Lötschenpasshütte

Von Kandersteg geht es mit dem privaten Bus ins Gasterental. Reservieren ist obligatorisch, wer es vergisst, riskiert einen dreistündigen Fussmarsch. Der lohnt sich natürlich auch, aber es sind auch so knapp vier Stunden am ersten Tag.

Die Fahrt oder eben die Wanderung durch das Gasterental ist beeindruckend und erinnert mich ans Yosemite-Valley. Es gibt auch viele Wanderer, die sich nur für die Wanderung aus dem Gasterental nach Kandersteg ins Gasterental chauffieren lassen. Beim Hotel Steinbock steige ich aus dem Bus aus und mache mich auf den Weg zum Lötschenpass.

Gleich am Anfang überquert man die Kander über eine etwas «gwaagelige» Brücke. Danach folgt man dem Leitibach bis zur Gfellalp. Der Leitibach ist allerdings nicht wirklich ein Bach, sondern ein mehrstufiger Wasserfall. Die Gfellalp war vor Jahren eine Alp mit Gaststube und Übernachtungsmöglichkeit. Heute gehört sie den Pfadfindern und damit gibt es auch keinen verdienten Kaffee oder Znüni. Man darf aber die Terrasse für eine Pause nutzen.

Es geht nach oben und ein Blick zurück ins Tal muss einfach alle fünf Meter drin liegen. Schliesslich macht man diese Wanderung wegen dieser Augenblicke. Es folgt ein leicht flacher Teil, der zum Schönbüel führt. Und dafür alleine lohnt sich diese Wanderung. Es ist eine Alpweide, durchzogen vom Leitibach, eingegrenzt von Felswänden und von einem bewaldetem Wiesenhang. Der Blick zum Kanderfirn, Richtung Doldenhorn und ins Gasterental allgemein ist der Grund, warum das zu einer der schönsten Wanderung gehört, die ich kenne.

Jetzt geht es zum Lötschengletscher hoch und beim Balme hat man bereits 900 Höhenmeter gemacht und es wird merklich kühler. Vielleicht auch nur, weil der Gletscher nun sichtbar ist.

Der Gletscher stellt kein grosses Hindernis dar. Der Weg ist gespurt und markiert und mit Wanderausrüstung gut zu machen. Anfangs Wandersaison sollte man allerdings bei der Lötschenpasshütte nachfragen und bei Nebel oder Dunkelheit kann es gefährlich werden.

Nach dem Gletscher folgen ein Geröllfeld und dann der anspruchsvollste Teil der Wanderung. Der Weg geht durch steilen Fels und kann auch im Sommer noch mit Schnee durchzogen sein. Dafür ist man dann allerdings auf dem Plateau und die Lötschenpasshütte ist nicht mehr weit. Bei der Lötschenpasshütte angekommen sollte man unbedingt etwas Zeit haben, um die Umgebung und die Aussicht ins Wallis und die Bergwelt zu geniessen. Darum macht man diese Wanderung.

Hockenhornwanderung: Lötschenpass ↔ Hockenhorn

Angedacht war die Besteigung des Hockenhorns zum Sonnenaufgang (das ist dann kein normaler Wanderweg mehr, sondern eine Alpinwanderung im Bereich T4). Allerdings war ich noch nie dort und es hatte anfangs September frischen Schnee gegeben und nach dem Gespräch mit der Hüttenwartin verschob ich die Besteigung auf eine Tageszeit mit Sonnenlicht.

Nach dem Zmorge ging ich also Richtung Hockenhorn los. Der Weg ist wirklich nicht ganz einfach zu finden. Allerdings macht es keinen Unterschied, ob man zehn Meter links oder rechts durchgeht, solange man das Hockenhorn im Blick hat. Bald schloss ich mich lose meiner Tischnachbarn vom Vorabend an und zusammen erreichten wir das kleine Hockenhorn.

Wir sind noch etwas weitergewandert, haben uns aber dann beim Aufstieg zum Hockenhorn zur Umkehr entschlossen. Der Schnee war teilweise knietief und unter dem Schnee war das Geröll nicht wirklich sichtbar, das war für uns einfach etwas zu viel des Guten. Und das Hockenhorn ist auch nächstes Jahr noch da. Und beim kleinen Hockenhorn hat man bereits eine wunderbare Aussicht. Der Rückweg zur Lötschenpasshütte war um vieles einfacher als der Hinweg. Aber das ist ja meistens so.

Zweiter Wandertag: Lötschenpasshütte → Lauchernalp

Vom Lötschenpass hatte ich mehrere Varianten im Kopf. Der Abstieg nach Goppenstein, der Normalweg zur Lauchernalp oder die Variante über die Kummenalp. Ich habe mich für die Kummenalp entschieden. Den Normalweg kannte ich schon und so behielt ich mir die Option «Goppenstein» ebenfalls noch offen.

Am Anfang kommt man an kleinen Seelenis vorbei, bevor es steil den Stierstutz runter geht. Und ja der ist steil. Und er dauert. Danach wird es etwas entspannter und die Kummenalp kommt bald in Sichtweite. Eigentlich hatte ich mich schon auf eine kurze Pause im Gasthaus Kummenalp gefreut, aber das war ungastlicherweise geschlossen (liebe Grüsse von Corona).

Hier kann man sich entscheiden: Abstieg nach Ferden, weiterwandern nach Goppenstein oder weiterwandern zur Lauchernalp.

Ich machte es mir einfach und bin zur Lauchernalp. Der Weg folgt der Höhe und bietet ein wunderbares Panorama. Das kommt nicht überraschend, da dieser Weg zu einem der bekanntesten Herbstwanderwegen führt. Der Herbst war noch nicht ganz da und bei der Lauchernalp hatte ich auch nicht mehr gross Lust weiterzuwandern, daher ging es mit der Seilbahn ins Tal und von dort mit dem Postauto nach Goppenstein.

Tipp: Die Wanderung ist auch ohne Abstecher zum Hockenhorn schön genug. Manche machen diese Wanderung an einem Tag, aber eine sternenklare Nacht auf dem Lötschenpass sollte man sich nicht entgehen lassen.

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